Pratinas

Pratinas (Πρατίνας) Lyriker und Tragödiendichter aus Phlius, Zeitgenosse des Aischylos, Erfinder der Satyrspiels.
Das Satyrspiel ist ein kurzes spöttisch-frivoles Stück, das als Kontrastprogramm in einen Tragödienzyklus aufgenommen wurde. Dabei machte er einen schon vor dem Drama bekannten Chor aus dionysischen Satyrn zu Protagonisten dramatischer Handlung. Namentlich bekannt ist von Pratinas' Satyprspielen nur ''Palaistai'' (TrGF, C467); keines ist überliefert.
Pratinas ist zuerst erwähnt in dem Plutarch zugeschriebenen ''De Musica''. (Gar) Dort wird er ausschließlich als Komponist erwähnt. Pausanias Periegetes ist die älteste Quelle für einen Pratinas als Dramatiker, und erwähnt auch dessen Sohn Aristias, ebenfalls Dramatiker. In Athenaeus' ''Deipnosophistai'', sich wie Pseudo-Plutarch auf Aristoxenus' ''Symmikta Sympotika'' berufend, ist Pratinas wieder nur als Liederdichter im Gespräch. In Band I, 22a, erwähnt Athenaeus aber noch einen vermeintlich anderen, ihm vom Peripatetiker Chamaeleon (und dessen ''Peri Satyron'') bekannten Dramatiker Pratinas. (Gar) Das byzantinische Suda-Lexikon (π 2230) verzeichnet einen Dramatikerwettstreit zwischen Pratinas, Choerilus und Aischylos für die 70te Olympiade (499-496). Dies ist schlüssig mit der Fasti, der um 346 rückblickend bis 502 die Sieger der Dithyramben- Komödien- und Tragödiensieger verzeichnet. Weder die Inschriften des Marmor Parium noch die Chronik des Eusebius können diese Daten bestätigen. (Sc02)

Literatur

(Gar) H. W. Garrod: The Hyporcheme of Pratinas. In: The Classical Review, Vol. 34, No. 7/8 (Nov. - Dec., 1920), S. 129-136 (Sc02) Scott Scullion: Tragic Dates. In: The Classical Quarterly, New Series, Vol. 52, No. 1 (2002), S. 81-101 (SGR) Victor Steffen: Satyrogrphorum Graecorum Fragmenta. 1952 (TrGF) Bruno Snell: Tragicorum Graecorum Fragmenta, 1971

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